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Mineralien, Fossilien und Gesteine

Mineralogie

„Mineralien wachsen! 

Ein Kristall wird geboren - existiert - und vergeht“. 

(NORBERT MÜLLER).

Mineralien werden „geboren“…

Nichts kam mir in meiner Jugend so schön und angenehm vor, als die Krystallen; ich sammelte sie am ersten, und meine Sammlung ward endlich groß und kostbar. Ich habe mir viel Mühe gegeben, zu ergründen: ob der Krystall wie die Pflanze wachse oder durch einen Anflug zunehme; ich habe wenig bemerken können. Nichtsdestoweniger läßt sich aus meinen Beobachtungen vermuthen, er werde durch eine ihm eigene anziehende Kraft gebildet, was nichts anderes ist, als seine eigene Natur; und er nehme sein Wachstum von seinen kleinen Ebenbildern her, die geeignet sind, der Natur des Krystalles sich zu nähern.“

(Strahler Pater PLACIDUS A SPESCHA)

… aus Schmelzen (magmatisch), aus heißen Lösungen (hydrothermal), aus Wasser auf und nahe der Oberfläche (sedimentär), durch Umwandlung aus anderen Mineralien, natürlichen Gläsern, in den Böden und durch Gasaustritte. 

„Mineralien sind stofflich einheitliche, natürliche Bestandteile der Erdkruste“. 

(CRONSTEDT. System der Mineralogie. 1758).

Im Gegensatz dazu sind Gesteine Mineralgemenge.

Entstehung

„Namen zu geben ist nicht so leicht, wie man denkt“.

(GOETHE).

Benannt werden Mineralien nach dem Fundort, Personen, den Eigenschaften wie der Farbe, der Form und u.a. auch nach der chemischen Zusammensetzung und nach „Vergleichsbildern“ (nach Säften, Tieren, Planeten und Göttern).

…, Kristalle „wachsen“

„Jedenfalls wird er nur dort gefunden, wo Winterschnee strengste Kälte bringt; und ohne Zweifel ist er eine Art Eis, weshalb die Griechen ihn so benannt haben.“(eigentl.. Kryo = kalt „durch Kälte fest geworden“ krystallos = Kristall. PLINIUS).

So ist der Bergkristall seit Urzeiten der Inbegriff der Reinheit.  Wenn auch viele Minerale andere Formen zeigen, steht das Kristall (Polyeder = Vielflächner) schlechthin als Synonym für ein Mineral. Erst später nannte man anorganische, natürliche Körper Kristalle. Heute bezieht man auch künstliche Mineralien ein. 

„Vorerst dann nemmen wir vor bekannt an, welches kein Naturverständiger wird abseyn, dass die Crystallen bestehen aus unzehlich kleinen Teilchen, auss welche sie auch wirklich zusammengesetzte worden.“ 

(J.J.Schleuchzer, 1708).

Atome, Elektronenwolken und Ionen verbinden sich zu einer Elementarzelle. Von Elementarzelle zu Elementarzelle wächst langsam der Kristall und wie bei den Lebewesen, nicht perfekt, sondern mit Fehlern (Leerstellen, Gitterverschiebungen, usw.): Die Mineralien werden von ihrer Umwelt beeinflußt und schließen sie ein - sie erhalten eine „Prägung“„Die Fingerabdrücke des Schöpfers“ (MAX WEIBEL) oder …“Es kommen mancherlei Fehler an Kristallen vor, rauhe, rostige Stellen, wolkige Flecken, Blasen und spröde Stellen, die man Salzkorn nennt.“…(PLINIUS der Ältere 60 n. Chr.). Trotz alledem entsteht, ein für unseren optischen Eindruck, perfektes Gebilde: Ein Kristall. Nur das Gesetz zur Winkelkonstanz (NIELS STENSEN. 1638-1686) wird immer befolgt. R.J.Hauy reduzierte Kristalle auf die Teilchen, die den Gesamtkörper, aus denen das Kristall entstanden ist, ausmachen und setzte die Erkenntnis Anderer fort. „letzte Teilchen der Materie bestimmter Form.“ (GUGLIELMINI.1688). Später wurden daraus Massepunkte der Materie zwischen Plus und Minus der unteilbaren Teilchen, Raumgitter werden gebildet. (Raumgruppen von E.v.FEDOROW.1890/SCHOENFLIES.1891). Bereits theoretisch wurden 230 Punktanordnungen ermittelt und dieser gitterförmige Aufbau wurde durch Röntgenstrahlen (M.v. LAUE. 1912) bestätigt (ein Diamant hat längs eines Zentimeters 65 590 196 Kohlenstoffatome. TERTSCH).

„Die Welt der Gegenstände würde nicht mehr existieren: alles vor uns würde auf einmal durch die gleichen feinen endlosen Gitter ersetzt werden. Lange Reihen würden sich nicht nur in der vor uns liegenden Ebene, wie im Walde erstrecken, sondern auch nach oben und nach unten - nach allen Richtungen hin. Und das Gitter selbst würde nicht durch die Bäume, sondern durch kleine Kügelchen gebildet werden, die in der Luft, in einer Entfernung von einigen Metern oder Dezimetern voneinander, nach einer strengen Gesetzmäßigkeit hängen würden. Jede Substanz unserer Erdkugel würde sich durch besondere Gitter unterscheiden, und in dieser geheimnisvollen Welt im Raume schwebender Kügelchen würden wir nichts außer diesen Kügelchen zu unterscheiden vermögen.“ (A.E.FERSMAN).

Kristallographisch sind die Kristalle nie perfekt. Idealkristalle gibt es nicht! Realkristalle schon. Aus den 230 möglichen Raumgruppen mit seinen Ionen-, Molekül-, Atom- und Metallgittern lassen sich 32 Bravai´sche Punktgruppen und in die sich daraus ergebenden 32 Kristall-Klassen ableiten, die wiederum in 7 Kristallsysteme eingereiht werden.

 

„Kristalle sind reell homogene, anisotrope Diskontinua“. 

(PROF. DR. ROLf SEIM.1970). 

Durch das Wachstum nach dem inneren Aufbau ergeben sich die Eigenschaften der Minerale: Glanz, Spaltbarkeit, Härte, optische Merkmale, u.v.a. und ihr Aussehen ist Ausdruck der inneren Ordnung. Linke Seite, rechte Seite: auch bei den Kristallen zeigen parallel liegende Flächen unterschiedliches Verhalten (oder Beschaffenheit = Anisotropie), wie im „richtigen Leben“.

„Doch unterscheidest und merkest genau: Dieser ist roth und ein andrer ist blau, Einer, der klärste von Farben so rein, Farbig erblitzet der edelste Stein.“ 

(GEOTHE. An seinen Enkel).

…Kristalle „existieren“….

Kristalle lagern „im Schoß der Erde“ bis sie irgendwann einmal, durch geologische Ereignisse, an die Oberfläche kommen. Hier setzt sich die Beeinflussung durch die „Umwelt“ fort, ob nun durch Druckentlastung oder durch Bestrahlung. Mit ihrer Vielgestaltigkeit (Polymorphie), auch bei gleicher chemischer Zusammensetzung (z.:Bsp.: Graphit-Diamant/α-β Quarz), erstaunen einen die Mineralien. Kristalle zeichnen sich durch Symmetrieelemente aus und nicht wenige Kristalle tragen in sich die Spuren ihrer „Erfahrungswelt“ (Temperatur, Druck, Konzentration, Lösungspartner, Kristallisationsgeschwindigkeit) während des Wachstums: Einschlüsse - die „Umwelt“ prägt und die „Erlebnisse“ werden gespeichert. Auch Zwillinge gibt es bei den Kristallen, bei manchen ist dies sogar die häufigste Form der Erscheinung. Skelettkristalle wiederum zeugen von schnellem Wachstum und Lügensteine (Pseudomorphosen) vom „Kampf des Daseins“ und des Wandels.

 

„Nie war Natur und ihr lebendig Fließen

Auf Tag und Nacht und Stunden angewiesen.

Sie bildet regelnd jegliche Gestalt,

Und selbst im Großen ist es nicht Gewalt.“

(Thales GOETHE). 

…Kristalle „vergehen“

So wie ein Kristall entstanden ist, so löst es sich meist auch wieder auf. Kristalle in Auflösung zeugen von der unerbittlichen Kraft des Wassers und seiner gelösten Bestandteile. Manche vergehen sehr schnell (Halit) und manche ziemlich langsam (Quarz). Rekordhalter ist hier der Zirkon mit einer möglichen Lebensdauer von 4,4 Milliarden Jahren und wahrscheinlich darüber! Ewigkeit gibt es auch bei den Mineralien nicht, zumindest fast nicht. Ohne die Tätigkeit von Sammlern wären viele Stufen für die Museen dieser Welt bereits angelöst, unansehnlich oder bereits verschwunden! 

„Unter dem Worte Mineral wird alles verstanden, was etwas von Erz in sich hält, oder in den Erzgruben wächst, oder durch dieselben gegangen ist. Man hält auch dafür, daß die Mineralien dichte veste Cörper sind, die von denen Dünsten und Dämpfen, welche in der Erde verschlossen liegen, generirt und erzeuget werden, eben als wie die meteora in der Luft. Andre aber wollen, daß es sehr schwache Cörper wären, welche in der Erde gefunden würden, woselbst sie durch eine coagulation und zusammengerinnen erzeuget und durch einen Zusatz empfindlicher Theilgen vermehret worden, und oftmahls die materie geben, aus welcher mit der Zeit das Metall formiret wird.“(PETER B(P)OMET.1717).

Spurenelemente und Mineralien mit ihren Zyklen sind vor allem wichtige Baustoffe der „belebten“ Natur.

Mineralien und die Mineralogie können begeistern!

(Natürlich ist diese Webseite nicht geeignet die Mineralogie zu erläutern. Sie soll nur die mineralogische Vielfalt Franken`s beispielhaft anreißen).


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