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Mineralien, Fossilien und Gesteine

Die Mineralogie Frankens

„Die so ordentlich ausgemessene Gestalt der Crystallen ist zu allen Seiten von den Naturweisen mit Verwunderung angesehen und mit grossem Fleiss untersucht, aber nicht ergründet worden“.(J. J. SCHLEUCHZER, 1708. Züricher Stadtarzt).

Franken, ein Land der Mineralien und Kristalle?. Eher schon ein Eldorado für Fossiliensammler. So scheint es auf den ersten Blick. Aber der Reichtum an Mineralien - auch in Form von Kristallen - ist größer als so mancher denkt. Viele Mineral- und Erzgänge wurden früher abgebaut. Unmengen an schönen Kristallstufen gingen dabei verloren, da man im frühen Mittelalter und auch bis weit in unsere Zeit kein Verständnis für den optischen, wissenschaftlichen und heimatkundlichen Wert hatte. Weltweit gesehen sind unsere Mineralvorkommen eher bescheiden, aber sie sind eben ein Stück Heimat - ein steinernes Zeugnis der Ästhetik der Natur.

Bedeutende Namen rückten unsere Mineralvorkommen in den Vordergrund:  Abraham Gottlob Werner, Mathias Flurl, Carl Wilhelm v. Gümbel, Carl Cäsar Ritter von Leonhard, Friedrich Breithaupt, F.S. Beudant, Hugo Bücking, Dr. Heinrich Laubmann, Dr. Hugo Strunz,  Dr. Gerhard Stettner, Oscar Gebhardt, Friedrich Müller, Martin Okrusch u. v. a..

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges kamen nicht nur Gelehrte, heimatorientierte Ortsansässige, sondern auch zunehmend viele Privatsammler hinzu. Die Auswahl an Steinbrüchen, Halden und anderen bergbaulichen Aktivitäten waren vielfältig. Die Fundmöglichkeiten dementsprechend gut. 

„Nichts ist auf der Welt Schöneres, als der Anblick einer geöffneten Krystallmine, vorzüglich, wenn verschiedene Farben der Natur darin spielen. Ich eröffnete deren viele…“ (PLACIDUS A SPESCHA. Der Strahlerpater. CH. 1752-1833).

Die Zeit, das eingesetzte Geld und vor allem der Idealismus, den viele Privatsammler hier aufbringen, wird leider nur von wenigen Instituten positiv beurteilt. Dabei war man früher nicht so „abgehoben“ - man sah den Sammler als unverzichtbaren Kollegen. Viele Mineralbeschreibungen, Neubestimmungen und Kenntnisse wurden durch die Privatsammler ermöglicht und viele Stücke wanderten auch in die entsprechenden Museen vor Ort. Niemand kennt die Mineralien, Kristalle und die Vorkommen besser als die Lokalsammler vor Ort - eben nicht nur bei e i n e r  Exkursion, sondern über Jahre hinweg.

Alle sind von den Mineralien fasziniert. Diese Faszination ist seit jeher  Menschen in allen Kulturen dieser Welt zu eigen: Aufgrund der Ästhetik, der Eigenschaften oder der hinein gedachten „Wunder“.   

"So ließ Gott weder die Schönheit noch die Kraft der Steine zugrunde gehen, sondern er wollte, daß sie auf der Erde seien zu Ehre und Segnung und für die Heilkunst".  (HILDEGARD VON BINGEN.1098-1179.Physika.4. De Lapidibus - „über die Steine“ - Vorwerk von Theoprastus).

Aus diesen Gegebenheiten entstand die Wissenschaft von den Mineralien (Mineralogie), die die Prozesse aus magmatischen Schmelzen, hydrothermalen Lösungen und sedimentären Bildungen durch Oberflächenwasser u.a. erforscht. Die Keimbildung und das Kristallwachstum, den inneren Aufbau und die chemische Zusammensetzung (Teilbereiche sind Kristallographie/ Petrologie/Petrographie/Geochemie/Kosmochemie).

„Die Edelgesteine und Kleinodien sind beydes mit ihrer äusserlichen Herrlichkeit und Glanz, als auch mit innerlichen herrlichen Tugenden reich begabet.“ (THOMAS NICOLS.1734).

Die frühere Oryktognosie (Mineralogie) unterschied häufig noch nicht in Mineralien und Fossilien - alles war „gegraben“ - auch wenn bereits Agricola sehr wohl Unterscheidungen traf, sprach man oft noch von Art und Geschlecht der „Edelgesteine“. Auch der als Botaniker berühmte Carl v. Lineé versuchte ein System zur Ordnung der Mineralien nach Art der Botanik zu entwerfen. (Systema Naturæ. 12. Auflage, 1766/77. Beschreibung von 530 Mineralarten. Sein dreigeteiltes Wappen bestand aus den Teilen der Botanik, Biologie und Mineralogie).

„Nürnberger Tafeln“

In Franken kommt es zur Bildung von Kristallen hauptsächlich bei den  pegmatitischen und pneumatolytischen Bildungen in den Tiefengesteinen, die hydrothermalen Bildungen in Geoden und Gängen und sedimentäre Bildungen in Gesteinen und deren Klüften, aber auch in Hohlräumen von tierischen und pflanzlichen Fossilien. In metamorphen Gesteinen entstehen  bei der Erwärmung neue Mineralien - eingewachsene und in Klüften. Kontaktlagerstätten wie Skarne (Magma/Karbonatgesteine) sind in den Bereich der Metasomatose einzuordnen. 

Die Übergänge sind trotz der „menschlichen“ Einteilung oft fließend - in der Natur gibt es noch Grautöne - nicht nur Schwarz und Weiß.

„Kristalle brauchen einen Frei/Hohl-Raum zum Wachsen“.

„Der Quarz kann lang in Gängen gepreßt, in Felsen zusammengefaßt, in Gebirgen verteilt sein, und dann, wenn er frei wird, wenn seine inneren Teile und innere Natur sich nach ihren eigenen ewigen Gesetzen zusammenfinden können, dann entsteht der Kristall, und wir können sagen, im Bergkristall zeigt sich der Quarz vollendet. (GOETHE. 1789).

Die Hohlräume werden unterschiedlich bezeichnet:

Im Pegmatit werden sie als Miarolen bezeichnet, in Vulkaniten und Sedimenten als Geoden und Mandeln, sonstige als Drusen und letztendlich die Klüfte, also Spalten im Gestein - gangartig oder als Zerrklüfte. In Franken haben wir von Allem etwas. 


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LINKS:

www.wikipedia.de

www.mineralienatlas.de

www.dmg-home.org

www.Minerkids - AWO Roth