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Mineralien, Fossilien und Gesteine

Nürnberg - Norenberc - Der Felsberg

„Das Florenz des Nordens“ 

Der Nürnberger Raum wurde erstmals um 400 v. Chr. erwähnt. Erst sehr viel später, 1050 n. Chr.,  gab es die urkundliche Erwähnung in der „Sigena-Urkunde“. Nach Grabungen dürfte der Beginn der „Stadt“ aber bereits 800-900 n. Chr. begonnen haben. Man vermutet auch, dass der Abbau des Burgsandsteins in den Nürnberger Sandsteinbrüchen um diese Zeit begann. Der weitere Verlauf in der nachchristlichen Zeit:

Heinrich III. verlieh der Stadt den nötigen Aufschwung  - das Gebiet zwischen Schwabach und Pegnitz wurde den Bamberger Bistum wieder entrissen und das Markt-, Münz- und Zollrecht verliehen.

Fürstenversammlungen, Reichstage, der große Freiheitsbrief durch Friedrich II. (1219), die „Goldene Bulle“ (1356) das erste „Grundgesetz“ der damaligen Zeit, verliehen durch Karl IV.. Die Reichskleinodien wurden durch Kaiser Sigismund zur Aufbewahrung übergeben (1424-1796) und die Verpflichtung  die Reichstage „auf ewig“ in der aufstrebenden Stadt abzuhalten. Die Burg und der Reichswald wurden erworben. 

Ein Schlagplatz für Hornsteine, an der Bärenschanzstr. gelegen, für die Herstellung von Steinwerkzeugen, belegen das schon 14.000 v. Chr. „Nürnberger Rohstoffe“ genutzt wurden. Eine Produktion für den Handel dürfte es aber noch nicht gewesen sein.

„Nürnberger Tand geht durch alle Land“

Die Patrizier und die Nürnberger Kaufleute suchten sich den lukrativsten Zweig des Handelns heraus - den Zwischenhandel. Später konzentrierten sich die Patrizier auf den Fernhandel. In  fast allen Montanunternehmungen der damaligen bekannten Welt waren Nürnberger als Unternehmer oder als Erzhändler beteiligt - auch im „Ruhrgebiet des Mittelalters“ der Oberpfalz und seinen Eisenerzen (1387).  

,,Es ist in Teutschland da und dort vorhanden, doch am meisten in Sächsischen Erzgebirge, in Fürstenbergischen und zu Joachimsthal in Böhmen. Kongsberg in Norwegen liefert es sehr reichlich, aber noch viel reichlicher Mexico und Peru in Amerika, wo es in ungeheurer Menge vorkommt."
(FRIEDRICH CAMPE. Verleger. aus „Erz Stuffen und Berg Arten mit Farben genau abgebildet“. Schmiedel. Bilderbögen von Seligmann). 

Eisen aus Kärnten und der Steiermark, Kupfer aus Böhmen, Mansfeld und Gräfenthal, der Slowakei und Kuba. Silber aus dem Erzgebirge und dem böhmischen Joachimsthal, das Goldrevier in Goldkronach und Breslau usw.. Erst der 30jährige Krieg brachte diesen Handel zum Erliegen.

Erfolg hatte aber auch immer seinen Preis: Damit war die Stadt natürlich auch immer ein Dorn im Auge der Markgrafen, schließlich war Nürnberg eine freie und reiche Stadt.

,„Diese stat ist gepawet in einem sandigen felt, das unfruchtbar ist, darumb so muß sein und ist da ein kundig gewinlich volk, und seind alle burger kaufleut oder gut hantwerker“.(Aeneas Sylvius - Pius II. 1458. Historia de Europa).

Das Handwerk blühte und viele Nürnberger Erfindungen hatten weltweit Beachtung. Zimmerer, Steinmetze, Metallgießer, Drahtzieher, usw. schufen die Grundlage der Nürnberger Waren.

„…die weil ich Baumeister gewesen bin, müssen haben bei fünf tausend Quader Stein Rewhellpergs. Wenn also eine Eych ist, so sollen die Steinbrecher auf denselben Tag, der Stadt Baumeister ein Püschel eychens Laub in sein Haus schicken…“

(ENDRES TUCHER. 1464). 

Im Streit um die Waldrechte u.a. „Nutzungsrechte“ entzündete sich schließlich der erste Markgrafenkrieg (1449/1450), wegen dem Abbau von Steinen (!)(Burgsandstein aus dem Ho(h)lsteinbruch am Worzeldorfer Berg)  für Ausbesserungsarbeiten am Hallertürlein nach einem Unwetter.

Man hatte 1497 sogar Zeit sich über die Größe, Füllung und Preis der Nürnberger Bartwürste im Rat auseinanderzusetzen.

„Des reiches Schatzkästlein“

Es folgte die Zeit des Meistergesangs mit Rosenplüt, Sachs u.a.. Die Künstler hatten Hochkonjunktur: Albrecht Dürer, Veit Stoß, Adam Kraft u.v.a - eine Zeit für Kunstschaffende und das Bauhandwerk. 1500 erhielt das „Reichsregiment“ den Sitz in Nürnberg und 1504 - 1506 im Landshuter Erbfolgekrieg, kam das Nürnberger Land hinzu - das größte reichsstädtische Territorium war entstanden. 1524/25 folgt die Reformation, 1552 der zweite Markgrafenkrieg und 1632-35 sorgten Gustav Adolf und Wallenstein für eine gewaltige Reduzierung der Bevölkerung im Nürnberger Umland. Nach dem Ende des 30jährigen Krieges tat sich Nürnberg das erste mal als Stadt des Friedens hervor: mit dem „Nürnberger Friedensmahl“ (1649). 

Ab dem 18 Jhd. ist Nürnberg d i e romantische Stadt schlechthin und Richard Wagner hebt Nürnberg noch höher mit seinen „Meistersinger von Nürnberg“. Aber von da an ging es bergab. Angeschlagene sind leichter zu erobern - die Macht der Patrizier wird beschnitten - das Haus Wittelsbach annektiert widerrechtlich Nürnberg, 1806 ist Bayern der „Herr“ - seit dieser Zeit ist das Verhältnis getrübt - vor allem wegen dem Raub vieler Kunstwerke.

"Du Schmarotzer, Du Scheißkerl, Du Lump".

(Ein wegen Forstfrevel schon 7mal bestrafter Mann beschimpft einen Forstgehilfen. FREYBERG. 1980).

1835 fuhr die erste deutsche Eisenbahn zwischen Nürnberg und Fürth, diese führte zu einer Blüte des Natursteinabbaus, wie auch schon vorher der Bau des Ludwigskanals (793/1834-1843; vollendet 1846). Namhaften Firmen, von Cramer-Klett (MAN), Schuckert, Siemens, Schwan-Stabilo, Städtler und viele andere bodenständige Mittelständler verhalfen zum erneuten Aufschwung. Und wieder kam ein Alleinherrscher und lies die Stadt zu der „Stadt der Reichstage“, der „Reichsparteitage“ werden - Adolf Hitler - Nürnberg wurde seine mittelalterliche Schönheit zum Verhängnis. Als Folge wurden 95% der Altstadt zerstört (1945).

Mit den „Nürnberger Prozessen“ wurde wieder Geschichte geschrieben und folgerichtig wurde 1993 die Stadt wieder zu einer Stadt des Friedens: Die „Straße der Menschenrechte“ wurde eingeweiht. 1995 folgte dann die erste Verleihung des Internationalen Nürnberger Menschenrechtspreises und wird seither alle 2 Jahre wiederholt.

Heute steht der Name der Stadt für ganz Nordbayern:

Es entstand die Metropolregion Nürnberg.

Nürnberg ist mehr als Lebkuchen und Drei im Weggla!

In den Führungen geht es, außer um Mineralogie und Geologie, um die historischen Belange vor Ort, vor allem um Besitzer, das Handwerk und den Abbau von Gesteinen und natürlich regionalen Besonderheiten und Geschichten. 

Für rein geschichtliche Führungen gibt es eine riesige Auswahl (siehe LINKS).

Literatur:

Diefenbacher, M. u. Endres, R.: Stadtlexikon Nürnberg.

Tümmels Verlag. ISBN 3.921590-69-8.

Alles über das damalige Handwerk und das Leben:

Endres Tuchers Baumeisterbuch der Stadt Nürnberg (1464-1475) mit einer Einleitung und sachlichen Anmerkungen von Dr. Friedrich von Weech; Herausgegeben durch Dr. Matthias Lexer; Stuttgart 1862, Bibliothek des literarischen Vereins in Stuttgart LXIV.


LINKS:

Stadt Nürnberg

Ludwigskanal

www.historisches-lexikon-bayerns.de

Die Stadtführer e.V.

Altstadtfreunde Nürnberg e.V.

Verein für Geschichte der Stadt Nürnberg

GESCHICHTE FÜR ALLE e.V.


Nürnberg - Führungen Nürnberg Übersicht

-Tier-Steine-Tour im Tiergarten Nürnberg

-Geistersteine-Tour

-Schottertour Greuth

-Gesteinstour - Westfriedhof Nürnberg—————————————————————————

Tier-Steine-Tour im Tiergarten Nürnberg

NOMEN EST OMEN

Steinerne Tiere - Tierische Steine von A wie Adlerstein bis Z wie Zebrastein (Chamäleonsteine; Augensteine; Sausteine; Pinguinsteine; usw.)

Eine ganz besondere Führung. Im Nürnberger Tiergarten erfahren Sie mehr über die Geschichte des ehemaligen Sandbühels, warum sich dieses Gelände überhaupt für den Zoo eignete und was dies für ein spezieller Ort war, bevor der Tiergarten Einzug hielt. Mexiko, das Thal usw. was dies mit dem Tiergarten zu tun hatte. An den Gehegen wird der Bezug zu den Namen im Reich der Steine und der Tiere hergestellt. Und was würde besser passen als der zeitliche Bezug vom Burgsandstein zu den Löwen!

Auf Wunsch: Vorträge mit wechselnden Themen.—————————————————————————

Geistersteine-Tour

Schotterlagen von Ur-Main, -Rednitz und -Pegnitz sind um Nürnberg keine Seltenheit. Hier findet sich alles was aus der Verwitterung der Deckschichten übrig blieb und auch so manches aus dem Frankenwald.

Zur Erweiterung der SandAchse Franken wurde der „Krüppelkieferwald“ gerodet und die Schotter liegen offen. Schwämme, Ammoniten, Belemniten usw. befinden sich in diesen Restschottern. „Geistersteine“, Druidensteine, Lochsteine und natürlich Kiesel in allen Farben sind zu finden.

Aufgrund des Brutgeschäftes des seltenen „Dulerla oder Lullerla“ (wurde im Mittelalter gerne gegessen, die Heidelerche mit <Düdüdü>oder <lülülü>) ist das Gebiet ab April tabu. Es ist eine Graslandschaft mit vielen verschiedenen Gräsern, Blumen und Tieren entstanden. Auch ohne Sammelleidenschaft im Jahresverlauf eine Augenweide.

Reine Sammeltour. Dauer: ca. so lange Ihr wollt. Laufzeit ca. 0 Stunden. Möglichkeit zur Einkehr. Zu allen Jahreszeiten möglich. Empfehlung: Zeitiges Frühjahr/Später Herbst/Winter. (Brutzeit der Heidelerche!)


Hier befindet sich bei einer angekündigten Tour der Routenplaner.

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Schottertour Greuth

Im Süden Nürnbergs, in den ehemaligen Ur-Main/Rednitzschottern unterwegs. Eine Tour mit „Weitblick“ und mit „Einblick“ in die ehemaligen Stubensandsteinhöhlen. Hornsteine, Prüfsteine für Gold, Versteinerungen aus dem Malm, Kieselhölzer, Hühnersteine und natürlich Quarze unterschiedlichster Herkunft und Farbe.


Tour1: Ab Worzeldorf - Ludwigskanal

Leichte Tour. Dauer ca. 3-4 Stunden. Laufzeit ca. 2 Stunden. Die Geschichte von Worzeldorf, Kornburg und den  Stubensandsteinabbau.

Tour II: Ab Greuth

Sammeltour. Dauer ca. 3 Stunden. Laufzeit keine. Die Fundstelle mit dem KFZ und den öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar.

Zu allen Jahreszeiten möglich. Empfehlung: Frühling/Herbst/Winter.

Impressionen zur Führung Greuther Schotterfelder
Greuth-Impressionen.pdf (1.03MB)
Impressionen zur Führung Greuther Schotterfelder
Greuth-Impressionen.pdf (1.03MB)


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Gesteinstour - Westfriedhof Nürnberg

in Vorbereitung—————————————————————————

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