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Mineralien, Fossilien und Gesteine

Frankens Gesteine

 "Feldspat, Quarz und Glimmer, die drei vergess ich nimmer".

Eine der „Eselsbrücken“ die jeder schon einmal gehört hat. Tatsächlich beschränkt sich die Einteilung der Gesteine hauptsächlich auf 3 Mineralien: 

Bei den „hellen Gesteinen“ sind dies die Feldspäte (Alkalifeldspäte (A) und Plagioklase (P)), den „feldspatähnlichen“ Foiden (F) und dem Mineral Quarz (Q). Bei den  „dunklen Gesteinen“ die Amphibole, Pyroxene und der Olivin. Zur weiteren Unterteilung reiht sich die Familie der „Glimmer“ hinzu und etliche sog. akzessorische Minerale.

„das man an und um den Fichtelberg offt eine Kuh werfe mit einem Stein, der Stein sey aber besser, den die Kuhe“.(BRUSCHIUS.1542).

Allgemeines zu den Gesteinen.

„Mineralien, welche große Massen der Erdrinde zusammensetzen, heißt man Gesteine, auch Gebirgsarten. Diese Bezeichnung wird allgemein gebraucht, die Mineralien mögen bey diesem Vorkommen einfache oder gemengte seyn, so bald sich deren allgemeine Verbreitung nachweisen läßt und sie mit gleichbleibender Beschaffenheit in großen Massen auftreten“.(OKEN.1839).

Von den 3 Hauptgruppen der Gesteine, den sog. Tiefengesteinen, den Sedimenten und den Umwandlungsgesteinen (weitere siehe Bilder) ist unsere fränkische Heimat reich gesegnet. Es gibt hier praktisch nichts, was es nicht gibt. Vor allem auch Gesteine die „nur“ bei uns Vorkommen, also sozusagen „endemisch“ sind. Den größten Anteil hat bei den sichtbaren kristallinen Gesteinen des Grundgebirges der Spessart und Oberfranken (Frankenwald/Münchberger-Hofer Land/Fichtelgebirge) und die angrenzende Oberpfalz zu bieten: eine Unzahl verschiedener Gesteine. 

Magmatische (Tiefen-, Gang- und Ergussgesteine) in Franken und der Welt. 

Aber auch im Ries kann man die Gesteine des Grundgebirges (Moldanubikum) entdecken und ein Impaktgestein, das seinen Namen in alle Welt getragen hat: Der Suevit („Schwabenstein“). 

Metamorphe und Metasomatische Gesteine in Bayern und Franken

„Vom Gestein. § 1. Es ist aber ein Unterscheid in dem Gestein/ und derer sind vornehmlich zweyerley/ als ein Schiefer- und Sand-Gestein. § 2. Von solchen Gesteinen sind die Gebürge und die Berge. § 3. Ob auch wohl andre Gestein zu befinden/ arthen doch eines Theils dem Schiefer/ eines Theils dem Sand-Gesteine nach; als da sind unterschiedliche Kalck- Steine/ an welchen theils des Schieffers/ theils des Sand-Gesteins Arth zu ersehen.“ ( RÖßLER.1700).

Viele unterschiedliche Sedimente des Deckgebirges, ob mechanisch, chemisch oder biogen, von Ton über Mergel bis zum Sandstein, Kalkstein, den metasomatischen Dolomiten und auch Evaporiten verleihen der Landschaft ihre Prägung. Die unterschiedliche Verwitterungsbeständigkeit formt das Schichtstufenland. 

Sedimente aus Franken und dem Rest der Welt.

Geochemische Bildungen ließen bereits bei der Entstehung der Sedimente (syngenetisch) Fossilien mit Calcitfüllungen entstehen, Phosporite in den Tonschiefern und Hornstein-knollenlagen im Weißen Jura, der „Chert“ der Mineralogen und das „Silizit“ der Geologen. Im Volksmund immer noch der (Kuh-)Hornstein. 

„Was der Bildhauer auf seiner Werkstatt Marmor nennet, das muß dem Bergmann Hornstein heisen, weil es demselben mit seinem Schlägel und Eisen so schwer zu gewinnen, als schwerlich einem das Horn mit den Zähnen zu zerbeisen ist.“ (HENKEL.1754.).

Er ist verantwortlich für viele schöne „Pilzfelsen“ in der Frankenalb. Im Zuge der Verdichtung der Lockersedimente wurde so manches Fossil zum „Plattonix“ (diagenetisch) und die Gesteine mit Ton, Kalk, Limonit oder Quarz zu einer Einheit verschweißt. Chalcedonfüllungen in Spalten von Sandsteinen und sog. „Chalcedonachate“ in der Oberpfalz sind bereits wieder Ergebnisse der Verwitterung der Sedimente.

„Die Nürnberger besitzen ganz nahe bei der Stadt eine Grube mit Sandstein, der eine Weichheit besitzt, die leicht dem Eisen nachgibt, während er bearbeitet wird. Er wird aber in den Bauten hart. Deshalb führen sie sehr schöne Wände aus Quadersteinen auf.“(JOHANNES COCHLÄUS. „Brevis Germanie descriptio“.1512. Ein Wendelsteiner: Johannes Dobeneck). 

Vielleicht kommt die Brauereidichte ja auch von dem Wasser, das die unterschiedlichen Gesteine durchfließt? Es gibt zumindest annähernd so viele hervorragende kleine Brauereien mit allen möglichen „akzessorischen“ Geschmacksrichtungen (Oberfranken hat die größte Brauereidichte der Welt!), die natürlich nach dem Reinheitsgebot gebraut werden. Zumindest in „Weinfranken“ (seit dem 8. Jahrhundert) sind die Gesteine ausschlaggebend für den Mineralstoffgehalt des Weines, ob nun auf Buntsandstein, Muschelkalk oder Keupergesteinen.

"Erden... aus ihnen erzeugen sich die Steine, und diese zerfallen wieder wenn sie zerstöret werden, in Erde; so wie auch Thiere und Pflanzen, wenn sie ihr Leben verloren haben, und die Fällung übergehen, alle ihre flüchtigen Teile verlieren, und die allein zurückbleibende beständigere Erde dem Mineralreiche wieder zurückgeben, und eigene Arten von Erde machen."

(GMELIN.1785.).

 Schotterlagen mit den aus der amorphen Kieselsäure von Skelettresten entstandenen Probiersteinen („Lydite“), die „Zeiger“ des Ur-Mains und die immer noch im sichtbaren, stetigen Kreislauf der Natur sich bildenden Sinter („Tropfsteine“) in unseren Höhlen aus Kalk und Dolomit: Calcit, Aragonit, Hydro-Magnesit und den abgelagerten „Alblehmen“, die früher auch medizinischen Zwecken dienten. Farberden, wie das „Nürnberger Rot“, und Lößbildungen u.a. runden das Spektrum ab.


Kieselgesteine

„Nürnberger Rot; Diese Farbe wird bei Betzenstein (einen Nürnbergischen Städtgen, wenn man von Nürnberg nach Bayreuth reisen will) nebst einer anderen schönen Erde viel Klafter tief unter der Erde gegraben, in Backöfen gedörret, und Fuderweiss nach Nürnberg verkauffet, von da aber viele hundert Zentner anderwerts verschicket. Es muss recht trocken und nicht steinig sein“ (Grossen vollständigen Universallexikon).

 Gesteine sind oft sehr dekorative Steine.

„Jetzt schreite ich in seiner Geschichte weiter und stoße im Gestein seines Lebens auf eine so schöne Silberader, ich meine auf einen so schönen Tag…“ (JEAN PAUL.Quintus Fixlein 7).

Zu guter letzt fehlen noch die „Außerirdischen“: Die Meteorite. Natürlich hat Franken hier die Nase vorn mit dem größten noch erhaltenen Meteoriten Deutschlands: Unter-Mässing, ein Eisenmeteorit (Oktaedrit) zu sehen in den Ausstellungen der Naturhistorischen Gesellschaft Nürnberg. Der „Rodach“ Meteorit ist leider verschollen. Der „Eichstädt“ (Chondrit) Meteorit, ein Stück Ur-Materie, befindet sich in Teilen im Naturhistorischen Museum Wien, ETH Zürich u.a. - also ein „Globaler Franke“ sozusagen - zumindest bis zur Gebietsreform nach der Eichstätt von Mittelfranken (1838) zu Oberbayern (1972) wechselte.

"Himmelssteine", Feuerkugeln" oder einfach Meteorite: Extraterrestrische Gesteine aus dem Weltall in Franken und Bayern und die durch den Aufprall entstandenen "Gläser".

Konkretionen, Septarien und Knollen sind eigentlich keine Gesteine, aber hinsichtlich des Vorkommens ähnlich.

(Weitere Unterteilungen würden zu weit führen. Es herrscht hier ein gewisses „freies, chaotisches System“ zwischen verschiedenen Bezeichnungen hinsichtlich der Familien, der Textur u.a.).



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