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Mineralien, Fossilien und Gesteine

Der Odenwald in Arbeit

Mehr als nur „Ebbelwoi“.

„Ich zieh hinaus mit lauter guten Freunden, und wenn die Berge nicht zusammenbrechen und uns bedecken, so kann mir nichts geschehen. (Kriemhild; HEPPEL).

Blick auf Weilbach und den Main in Miltenberg.

Naturraum

Der Odenwald wirkt in seiner Landschaftsform wie ein bewegtes Meer - aber in grün. Sanft bis steil aufragende Hügel folgen im stetigen Wechsel. Er teilt sich in den Hessischen, Badischen und Fränkischen Odenwald, wobei der Fränkische nur zu einem kleinen Teil dieses Gebiet ausmacht. Die Orte Obernburg am Main, Miltenberg und Amorbach u.a. sind Sinnbilder von alten, verträumten fränkischen Städtchen. Obernburg am Main („Omborsch“; 1183) mit seiner Altstadt, Amorbach (1252), nur scheinbar der „Bach der Liebe“, es wurde wie an anderen Orten auch, ein Heiliger gebraucht. Das Benediktinerkloster, bereits 734 gegründet und das Leiningensche Fürstenhaus (8.Jhd.) mit der Fürstlich Leiningensche Abtei sind Anziehungspunkte. Miltenberg (Römerkastell 159/160!)1225), die Stadt der Fachwerkbauten schlechthin und Besuchermagnet im Odenwald. All diese Orte sind eingebettet in den „Waldbergwellen in Sargdeckelform“ des Odenwaldes. 

Kochsmühle mit seinem wunderbaren Garten, das Untere Tor in Obernburg a.M. und das Templerhaus in Amorbach.

Mein ganz Geräte auf der Fahrt

Sei Wanderstab und Hut;

So zieh' ich in die Welt hinaus

Mit leichtem Geld und Mut.

(JOSEF VICTOR VON SCHEFFEL).

Geologie

Der Odenwald teilt sich in den Kristallinen (durch die tektonischen Hebungen im Oberrheintalgraben in den Böllsteiner, Frankensteiner und Bergsträßer Odenwald und den Sandstein-Odenwald.

Metamorphe Gesteine (Gneise), Plutonite (Granit, Diorit, Gabbro) und Vulkanite (Basalt, Rhyolith, 290-270 Mio. J.) prägen das durch die variskische Gebirgsbildung (380-320 Mio. J. Devon, Karbon) entstandene Grundgebirge. Im Perm kam das Zechsteinmeer, dem die ausgedehnten Kalk- und Sandsteinschichten im Mesozoikum folgten. 

Heidelberger Granit an der Grenze zum Perm, Heidelberger Schloß, Gesteine des Kristallin und die Buntsandsteingliederung.

Der Buntsandstein (bis zu 600 Meter; 251-243 Mio. J.) ist das bestimmende Gestein, auch des fränkischen Odenwaldes. Quarz, Ton und Eisenoxide sind der Zement, manchmal auch Kieselsäure. Im wüstenhaften Klima wurden bei starkem, monsunartigen Regen mächtige Sandschichten abgelagert. Enthaltenen Salze, wie Steinsalz und Gips kristallisierten während der Trockenperioden aus und hinterließen ihre Abdrücke. Der Sandstein verfestigte sich im Laufe der Zeit und schufen so den Buntsandstein mit seinen guten Eigenschaften als Bausandstein und dem lebhaften Formen- und Farbenspiel. Die folgenden Einheiten des Trias und Juras sind bereits wieder abgetragen. 

Buntsandsteinbruch in Miltenberg und das lebhafte Spiel der Farbe und Formenschichten des Buntsandsteins.

Nochmalige vulkanische Aktivitäten (50-40 Mio. Jahre) - mit bis zu 1100 Grad heißen Gesteinsschmelzen - erkalteten unterirdisch im Bundsandstein und wurden durch die Explosionen im Kontakt mit dem Grundwasser nach oben befördert. 

Wellenrippel im Buntsandstein, das „Mühlhansenloch“,  ein alter Maarkrater mit Basalt und Tuff und die „Schwedenschanze“ mit den jüngsten Ablagerungen.

Vor 45 Mio. Jahre brach der Oberrheintalgraben bis zu 4 km ein und der Odenwald und andere Gebiete wurden herausgehoben. Diese Senkung setzt sich bis Heute fort und bestimmt viele tektonische Erscheinungen im sehr, sehr weitem Umkreis. Im Pleistozän war der Boden gefroren (Perma-Frost), dabei entstanden großflächige Lößvorkommen diese sind nur noch in Erdfälle im Buntsandstein erhalten (2,6-11.700 J.). Nach dem auftauen des Perma-Frostes entstanden Hangrutschungen, die die Felsenmeere entstehen ließen. (Schwedenschanze)

„Morgenstund' hat Gold im Mund – doch die Häfen (Krüge aus Ton) liegen im Wiesengrund.“

(BERNHARD KRAFT. Schuhmacher und Poet, „Der Hans Sachs des Odenwaldes“).

Bergbau

Gebunden an den Kontaktzonen der basaltischen Schmelzen und Tuffen entstanden kleinere Eisenlagerstätten im Buntsandstein. Vor 40-50 Mio. Jahren - durch die Anreicherung des Eisens aus dem Bundsandsteins - (Grube Berta; „Ysingrube“ whs. das Mühlhansenloch Besitzer 1600 Hans Müller, der Mühlhans) entstand ein unbedeutender Bergbau auf Eisen und Mangan. Auch Barytgänge wurden vereinzelt abgebaut. 

Die alte Pinge der Grube Berta und die Heunesäulen aus Buntsandstein mit vielen Steinmetzsymbolen.

Die schönen  Mineralien des bedeutenden Bergbaus auf Silber, Kupfer, Blei etc. betrifft leider nicht den fränkischen Teil. Nieder-Beerbach, Ober-Kainsbach, Mackenheim, Reichenbach u.v.a. sind dem Odenwaldsammler ein Begriff.

Der Bergbau beschränkt sich bei uns vor allem auf den Abbau des Buntsandsteines, der nun wirklich für alle Produkte verwendet wurde: von der Unterlage mit Ablaufrinnen der Wein- und Obstpressen, über Zaunpfähle bis hin zu den Steinen für den Hausbau.

Buntsandsteinprodukte von der Einfriedung am Templerhaus in Amorbach, über die „Zaunpfostenreihen“ und dem alten Kruzifix in Amorbach, zu den prächtigen Steinmetzarbeiten des Laurentiusfriedhofs in Miltenberg.

Tourismus

hie hât daz mære ein ende: daz ist der Nibelunge liet.“

Sagenhaft und verklärt  ist der Odenwald, mit seinen dicht bewaldeten Bergen und den tiefen Tälern. 

„Uns ist in alten mæren,

von helden lobebæren,

von fröuden, hôchgezîten,

von küener recken strîten.

wunders vil geseit

von grôzer arebeit,

von weinen und von klagen,

muget ir nu wunder hœren sagen“.

(Nibelungenlied 1. Strophe).

Fast überall gegenwärtig ist das Nibelunglied aus dem 13. Jahrhundert, das Nationalepos der Deutschen schlechthin und Siegfried der Drachentöter badete natürlich in der Zittenfelder Quelle (;)) auf fränkischem Gebiet. 

Die „Siegfriedquelle“ (eine davon). Zittenfelder Quelle. Man sieht förmlich das Drachenblut noch. :).

Ebenso mysteriös sind die Heunesäulen (Heune = Riese; auch für die Hunnen), mitten im Wald am Bullauer Berg. Sie wurden hier aus dem Mittleren Buntsandstein, dem „Kristallsandstein“ (mit Kieselsäure gebunden) gebrochen und liegen gelassen. Sie waren für den Mainzer Dom bestimmt (bestellt von Erzbischof Willigis und dessen Nachfolger Bardo). Mächtig mit über 7 m Länge und 1,30 m im Durchmesser geben sie ihr Geheimnis bis Heute nicht preis, ob sie nun im Mittelalter oder doch schon sehr viel früher in der Römerzeit hergestellt wurden. 

Die Heunesäulen am Bullauer Berg, in Miltenberg und in Nürnberg.


Weinfranken, Main, Burgen und die vielen historischen Dörfer und Städte sind seit jeher beliebte Ausflugsziele von Besuchern aus der ganzen Welt.

Bilder: Die malerische Mainbrücke in Miltenberg und der geheimnisvolle SommerbergerG ART en bei Amorbach mit seiner Himmelsleiter.

Und bevor ich vorm PC zum „Fettelit“ werde (den gibt es tatsächlich)

verbleibe ich mit einem herzlichen Gruß und „Jollau“ aus dem Odenwald, den „Staffelbrünnlern“ in Miltenberg und einem „Baumgeist“ des Odenwaldes.


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